Reingeschaut

Reingeschaut: Die Offene Gesellschaft – Fakten oder Feelings?

Alle politischen Fragen sind immer schon in ein „framing“ gesetzt und daher mit emotionalen Konnotationen und Abschattungen umgeben; einen ganz und gar sachlichen Blick auf die Dinge außerhalb jeder Rhetorik kann es aus dieser Perspektive in der Politik nicht geben. (Felix Heidenreich)

In Zusammenarbeit mit der Initiative Die Offene Gesellschaft, die seit 2015 deutschlandweit Gesprächsforen initiiert, veranstaltet das Schauspiel Stuttgart die gleichnamige Diskussionsreihe. Einmal im Monat laden wir Experten aus Kultur, Wissenschaft und Politik zur gemeinsamen Diskussion mit dem Publikum.

Fakten oder Feelings
Fakten oder Feelings?

Pünktlich zur feierlichen Amtseinführung Donald Trumps lud das Schauspiel Stuttgart am 20. Januar zur Diskussion über Populismus und seine Folgen ein. Personalisierung, Komplexitätsreduktion, Dramatisierung und Emotionalisierung prägen die Logik des Populismus – aber ist Populismus per se eine Gefahr für demokratische Systeme oder verweist er – einem Seismografen gleich – auf vernachlässigte Probleme? Es sprachen u. a. Dr. Felix Heidenreich (Politikwissenschaftler, Universität Stuttgart) und Gari Pavkovic (Integrationsbeauftragter der Stadt Stuttgart) mit Jörg Armbruster und den Zuschauern über populistische Strategien der Wählergewinnung und die Folgen für die offene Gesellschaft. Was ist Populismus, wie funktioniert er? Wo, wie und warum greifen solche Mechanismen und was kann man dem entgegensetzen?

Wer nicht vor Ort dabei sein konnte, kann hier in die Veranstaltung reinhören…

Fakten oder Feelings?

Gari Pavkovic
geboren in Mostar/Bosnien-Herzegowina, ist seit 2001 Integrationsbeauftragter der Stadt Stuttgart. Er studierte 1979-1986 Psychologie in Deutschland. Zuvor war er Leiter einer Erziehungsberatungsstelle mit interkulturellem Beratungsansatz und gewähltes Mitglied im Ausländerausschuss Stuttgarts.

Dr. Felix Heidenreich
ist seit 2005 wissenschaftlicher Koordinator an der Universität Stuttgart. Er studierte Philosophie und Politikwissenschaften in Heidelberg, Paris und Berlin und promovierte über das Verhältnis von Anthropologie und Modernetheorie bei Hans Blumenberg. Seine Arbeitsschwerpunkte sind: Politische Theorie, Kulturphilosophie, Kulturpolitik und Wirtschaftsethik. Gemeinsam mit Gary S. Schaal ist er Herausgeber von Politische Theorie und Emotionen und Einführung in die Politik der Moderne. In seinem 2011 erschienen Werk Theorien der Gerechtigkeit untersucht er Gerechtigkeit als einen Schlüsselbegriff der Politischen Theorie, der Moralphilosophie und der Rechtsphilosophie.

Jörg Armbruster
ist Fernsehjournalist und war viele Jahre Auslandskorrespondent der ARD für den Nahen und Mittleren Osten mit Sitz u.a. in Kairo, Bagdad und Damaskus, sowie bis 2012 Moderator des ARD-Weltspiegels. In zahlreichen Dokumentarfilmen und in seinen Büchern Der arabische Frühling und Brennpunkt Nahost. Die Zerstörung Syriens und das Versagen des Westens hat er sich mit den Konflikten und Wandlungsprozessen in der arabischen Welt auseinandergesetzt. 2016 erschien sein Buch Willkommen im gelobten Land. Deutschstämmige Juden in Israel. U.a. erhielt er den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis und 2015 den Bayerischen Fernsehpreis für sein Lebenswerk. Am Schauspiel Stuttgart moderiert er die Diskussionsreihe „Die Offene Gesellschaft – Welches Land wollen wir sein?“


Nächste Termine

Brauchen wir die Europäische Union wirklich?
u.a. mit Andre Wilkens (Autor, Journalist, Gründungsmitglied des European Council for Foreign Relations, Vorstand der Initiative „Die Offene Gesellschaft“)
Moderation: Jörg Armbruster

Dienstag, den 21. Februar um 19:00 Uhr im  Foyer Schauspielhaus, Eintritt frei

Welche Wirtschaftsformen brauchen wir?
u.a. Thomas Fricke (Wirtschaftskolumnist für Spiegel Online und Chief Economist der European Climate Foundation), Jakob von Weizsäcker (Ökonom und Politiker, EU-Parlament) und anderen
Moderation: Jörg Armbruster
Sonntag, den 12. März um 11:00 Uhr im Schauspielhaus, Karten

Das Schauspiel Stuttgart zeigt unter der Leitung von Armin Petras zeitgenössisches Theater im Kleinen Haus am Schloßgarten. Den Spielplan des Theaters und des Kammertheaters bestimmen, neben einem spielfreudigen Ensemble und modernen Interpretationen klassischer Dramatik, ein Austausch verschiedenster Kunstformen und eine Auseinandersetzung mit der Stadt und der Region Stuttgart sowie die Zusammenarbeit mit bekannten Regisseuren. Die Spielstätte Nord ist eine Plattform für neue Texte, Autoren und Formate.

1 comment on “Reingeschaut: Die Offene Gesellschaft – Fakten oder Feelings?

  1. Pingback: Gari Pavkovic über den Populismus und seine Folgen – Schauspiel Stuttgart

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