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Vom Erfinden und Scheitern: E. Bauers Sammelsurium..

..der unsterblichen Sterblichen

Schwaben, das Land der Dichter und Denker.

Hier haben viele Persönlichkeiten gelebt, die es mit ihren Erfindungen und Errungenschaffen großer Bekanntheit oder sogar Weltruhm erlangt haben. Dazu gehören zum Beispiel Daimler, Benz, Bosch, Drais, Lessing, Laemmle, Otto, Stihl, Kepler, Hohner, Hölderlin, Schiller, Maybach, Hertz, Steiff, Schmitt&Ackermann, Leitz…

Eine volle Ladung schwäbischer Gscheidle findet Ihr in dieser Doku des SWRs:

Doch nicht alle der schwäbischen Tüftler, Erfinder und anderen Persönlichkeiten sind in unserem Gedächnis geblieben.
Die neue Stückentwicklung E. Bauers Sammelsurium der unsterblichen Sterblichen von Jan Neumann widmet sich diesen vergessenen Persönlichkeiten.

Einige scheiterten spektakulär…

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Der 70 Meter hohe Perlachturm .. Foto: Dark Avenger, Wikipedia

https://i0.wp.com/www.esslinger-zeitung.de/cms_media/module_img/66/33480_1_fullwide_1202201112ca04i2.jpg…wie der Augsburger Schuster Salomon Idler, einer der ältesten (und erfolglosesten) Flugpioniere. Mit einem Gestell aus Holz und Federn startete er seinen ersten und letzten Flugversuch – und gleitete eher wie ein Stein als wie ein Vogel. Glücklicherweise schoss er mit Karacho in eine einfache Holzbrücke, die sein Sturz abfederte. Außer den vier Hühnern, die sich zu diesem Zeitbunkt unter der Brücke befanden, kam niemand zu Schaden, denn wenigstens hat er sich zuvor von einem Geistlichen übereden lassen, NICHT vom 70m hohen Perlachturm zu springen.

Nach dem Sprung riss Idler sich die Flügel vom Leib und verbrannte sie vor Ort.
Nie wieder versuchte er zu fliegen, dafür widmete er sich dem Dichten und der Schauspielerei. Trotzdem war Salomon Idler sein Leben lang als „der fliegende Schuster“ bekannt.

 Andere haben Pech gehabt….

Der junge Hagenlocherbei einer Runde Carabolage.
Der junge Hagenlocher bei einer Runde Carabolage. Foto: Dieter Haase

…wie Erich Hagenlocher. Der zweimalige Weltmeister war gerade dabei einer der besten Carambolagespieler aller Zeiten zu werden, als das Schicksal ihm ein Strtuck durch die Rechnung machte. Der Zweite Weltkrieg forderte Millionen Opfer – und zwang Hagenlocher zur Kriegsarbeit in einer Fabrik. Seine Feinmotorik verlierend, musste er seinen Traum ein für allemal aufgeben.

Und wieder andere waren fragwürdige Genies….

… wie das unternehmerische Multitalent Erich Schumm.
Nicht vielen ist es gegönnt, gleich mehrere bahnbrechende Produkte zu entwickeln, doch Erich Schumm stellte in dieser Hinsicht einen Rekord nach dem anderen auf.

Alles begann in der Küche des ursprünglichen Werbegrafikers, wo er Esbit entwickelte, kurz für: Erich Schumms Brennstoff in Tablettenform. Esbit wurde zum Hit. In über siebzig Länder wurden und werden die zuverlässig brennenden Tabletten  verkauft. Nach dem Zweiten Weltkrieg widmete er sich unterschiedlichsten Geschäftsideen und startete einen wahren Erfindungsmarathon. Unter anderem Handtuchhalter, Seifenspender, und die Fliegenklatsche (danke!) gehen auf sein Konto. Insgesamt meldete er über eintausend Patente an. Selbste im hohen Alter blieb Schumm aktiv – und gründete nebenbei den ersten Altenklub Deutschlands.

Doch ein Held ist er trotzdem nicht. Als er anfing Esbit für die Wehrmacht zu produzieren, kaufte er eine jüdische Fabrik weit unter Wert und betrieb diese mit  Zwangarbeiter. Nachdem Bomben Teile der Fabrik zerstörten, erwarb er erneut billig die Fabrik eines Juden in Murrhardt. Immer wieder berichteten ehemalige Mitarbeiter nach dem zweiten Weltkrieg von menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen, die nur dazu dienten, das Vermögen Schumms anzureichern.

All ihre Geschichten sind erzählenswert,
denn egal ob Königin von Württemberg oder Erfinder der Fliegenklatsche

Sie sind alle Töchter und Söhne unserer Stadt.

Stückentwicklung von Jan Neumann

Regie: Jan Neumann
Besetzung: Boris Burgstaller, Manuel Harder, Mark Ortel*, Lea Ruckpaul, Susanne Schieffer, Birgit Unterweger
*Schauspiel Studio 2016/17

Karten und Termine ..hier
Titelfoto: Walter Schießwohl

Das Schauspiel Stuttgart zeigt unter der Leitung von Armin Petras zeitgenössisches Theater im Kleinen Haus am Schloßgarten. Den Spielplan des Theaters und des Kammertheaters bestimmen, neben einem spielfreudigen Ensemble und modernen Interpretationen klassischer Dramatik, ein Austausch verschiedenster Kunstformen und eine Auseinandersetzung mit der Stadt und der Region Stuttgart sowie die Zusammenarbeit mit bekannten Regisseuren. Die Spielstätte Nord ist eine Plattform für neue Texte, Autoren und Formate.

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